Derzeit werden bei Innenrenovierungen oft klare Linien bevorzugt und es wird mit vielen glatten Flächen gearbeitet. Vorhänge, Teppiche und Polster liegen nicht im Trend. Auch raue Oberflächen oder Profile, die den Schall brechen, werden derzeit kaum eingesetzt.

Glatte Flächen sind aber reflektierende Flächen und das akustische Ergebnis einer solchen Innenraumgestaltung ist meist ein reflexionsreicher Raum, der ein hohes Maß an indirektem Schall liefert und damit die Verständlichkeit einschränkt.

Es geht nicht darum, einem Kirchenraum eine unerwartet „trockene" Akustik zu verleihen. Es geht aber um gezielte Maßnahmen, wie sie in früheren Jahrhunderten bereits üblich waren.


Die Erfindung des Schalldeckels über der Kanzel ist sehr alt. Dieses kleine Dach lässt den Schall der Predigerstimme nicht zur Kirchendecke entweichen, sondern reflektiert und projiziert ihn direkt in Richtung Gemeinde. Mit ähnlich kleinen Mitteln lässt sich die gesamte Akustik des Kirchenraumes so weit verbessern, dass ein überakustischer Reflexionsreichtum und damit eine schwierige Verständlichkeit des Redners vermieden wird. Reflexionen können gezielt umgeleitet, gedämpft oder in diffusen Schall verwandelt werden.


In der Regel gibt es einen großen Unterschied zwischen voll besetzter und leerer Kirche. Meist wird die Akustik für den voll besetzten Zustand belassen, was dann aber bedeutet, dass man an den meisten Sonntagen im Jahr mit einer problematischen Akustik kämpft. Dies muss nicht so sein. Eine optimierte Kirchenakustik klingt unter allen Bedingungen gut, verbessert die Verständlichkeit und schafft ein akustisches Wohlbefinden.


Die Optimierung der Raumakustik kann weit gehen und aufwendig sein, bis hin zur Korrektur einzelner Frequenzbereiche durch genau berechnete Resonatoren. So aufwendig wird aber in der Regel nur in Konzertsälen gearbeitet. In Kirchen kommt es in erster Linie darauf an, die Raumakustik im Blick zu haben, mit ihr zu arbeiten und sie besonders im Blick auf die Verständlichkeit zu verbessern.


Nimmt man alle Möglichkeiten zusammen, so kann man mit dem Einsatz von akustischen Helfern und mit einer auf die neuen Anforderungen angepassten Beschallungsanlage erreichen, dass das Hören ohne besondere Konzentration und völlig entspannt möglich ist. Dadurch schafft man eine Atmosphäre, in der man sich wohlfühlen und gerne Gottesdienste feiert.



Überprüfung und Korrektur der Raumakustik


Die Akustik ist die Grundlage des Klangs in dem jeweiligen Raum. Alle weiteren Maßnahmen müssen auf sie reagieren. Eine gute Akustik ist durch nichts zu ersetzen, und eine überaus schwierige Akustik kann kaum mit einer Beschallung wieder gut gemacht werden.


Ist der Raumklang sehr reich an Nachhall? Behindern diese Hallanteile die Verständlichkeit von Sprache? Muss deshalb besonders langsam gesprochen werden? Dann sollten Sie prüfen, ob schallschluckende Materialien eingesetzt werden können. Dies sind z.B. Vorhänge, Teppiche, akustische Dämmplatten, Resonatoren, Stuhlkissen oder ganz gepolsterte Stühle. Letztere verringern besonders den akustischen Unterschied zwischen leerem und voll besetztem Raum.


Maßnahmen, die den Schall nicht absorbieren, sondern brechen und umlenken, sind Diffusoren und Reflektoren. Sie haben den Vorteil, dass der Raumklang lebendig bleibt. Dennoch werden die Reflexionen vom Ohr nicht mehr als störende Informationen in Konkurrenz zum Direktschall gewertet, was die Verständlichkeit deutlich erhöht.



Die Kirchenraumakustik ist eine sehr komplexe Thematik und die gute Korrektur der Akustik eines bestimmten Kirchenraumes erfordert viel Erfahrung. Es empfiehlt sich deshalb, dafür eine qualifizierte Beratung in Anspruch zu nehmen.


Beratung für Akustik inklusive raumakustischer Messungen erhalten Sie von

Gunter Hauser






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Kirchenraum-Akustik

aus dem Blickwinkel der Beschallung


Man kann nicht über die Beschallung eines Raumes sprechen, ohne dessen Akustik zu thematisieren. Oft ist die Akustik eines Raumes einfach eine gegebene Größe, mit der man eben klar kommen muss. Dies müssen Veranstaltungstechniker als regelmäßige Aufgabe bewältigen.

Hat man aber die Gelegenheit, z.B. bei der Renovierung einer Kirche den Innenraum und damit auch die Akustik neu mitgestalten zu können, sollte man diese Chance nutzen, um mit relativ kleinen Mitteln wesentliche akustische Verbesserungen zu erreichen. Was man auf dem Gebiet der Raumakustik erreicht, ist sehr wertvoll; nicht nur für die Beschallungstechnik, sondern auch für den Prediger und ganz besonders die Zuhörer. Hier geht es um ermüdungsfreies Hören und damit um angenehme Kommunikation.



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